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Bergkirchweih, Erlangen, Gesundheit, Umwelt

Eichenprozessionsspinner außer Kontrolle?

Auf Grund des verstärkten Befalls von Eichen durch den sogenannten Eichenprozessionsspinner sieht sich die Stadtverwaltung gezwungen, die Raupen ab dem kommenden Jahr in ausgewählten Bereichen vorbeugend zu bekämpfen. Eine entsprechende Vorlage wurde nun im Naturschutzbeirat erläutert und besprochen. Trotz grundsätzlicher ökologischer Bedenken zeigte der Naturschutzbeirat Verständnis für den Antrag der Verwaltung und befürwortete diesen unter der Maßgabe, dass die vorbeugende Bekämpfung nur in stark betroffenen, kritischen Gebieten unter Anwendung eines strengen Maßstabs durchgeführt wird. Die endgültige Entscheidung muss der Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss/Werkausschuss EB 77 des Stadtrats treffen.

Die Raupe, deren Brennhaare Schleimhautreizungen, aber auch allergische Reaktionen in unterschiedlicher Ausprägung hervorrufen können, hat sich in diesem Jahr in Erlangen massiv ausgebreitet. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der befallenen Bäume mehr als verzehnfacht. Aufgrund von Kapazitätsengpässen der Fachfirmen konnte die Bekämpfung allerdings nicht in jedem Fall sofort erfolgen. Um des Problems besser Herr zu werden, soll in besonders betroffenen Bereichen wie dem Bergkirchweihgelände im kommenden Jahr auch eine vorbeugende Bekämpfung stattfinden.

Vorgesehen ist dabei der Einsatz eines biologischen Insektizids, das nur für freifressende Schmetterlingsraupen toxisch wirkt. Für Menschen ist das Toxin unschädlich, dies gilt ebenso für andere Insekten, Weichtiere und Wirbeltiere. Das Insektizid wird zudem durch die UV-Strahlung rasch abgebaut und belastet so den Naturhaushalt nicht. Sobald Maßnahmen anstehen, wird die Öffentlichkeit informiert.

Trotz der angespannten Situation wird von der Stadtverwaltung eine Bekämpfung mit Bioziden nur in den stark betroffenen Bereichen angestrebt. Hierzu zählen neben dem Bergkirchweihgelände vor allem der Jordanweg und die Burgbergstraße, die Ebrardstraße und in Absprache mit den Eigentümern der Schlossgarten. Zudem sollen die Lebensbedingungen für die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners wie Fledermäuse, Kuckucke und Hornissen verbessert werden, um so die natürliche Bekämpfung zu fördern.

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