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Gewaltdelikte und Trunkenheit: Berg bescherte den Einsatzkräften ein arbeitsintensives Wochenende

Am Freitag und Samstag bescherte der Berg der Erlanger Polizei und ihren Unterstützungskräften ein arbeitsreiches Wochenende.

Bereits am Freitag war der Berg bereits tagsüber gut besucht und auf den Kellern kaum ein Platz zu finden. Auch der einsetzende Regen am späten Abend störte die Festbesucher kaum. Die Nachfeiern im Bereich der Innenstadt waren dann auch  bis 5:00 Uhr  ebenfalls sehr gut besucht; die Stimmung war ausgelassen und überwiegend friedlich.

Am frühen Freitagabend stritten sich am Haupteingang des Berges zwei Flaschensammler um das „Revier“. Diese Auseinandersetzung mündete in einer Körperverletzung, wobei einer der Kontrahenten zur weiteren Abklärung ins Klinikum eingeliefert werden musste.

Kurze Zeit später nahm eine Streife der Erlanger Polizei einen jungen Mann auf dem Berggelände in Gewahrsam, da gegen ihn ein Betretungsverbot wegen sexueller Übergriffe bestand. Nach eindringlicher Belehrung wurde der junge Mann aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt wieder aus dem polizeilichem Gewahrsam entlassen. Wegen des Verstoßes gegen das Betretungsverbot wird durch die Stadt Erlangen ein Zwangsgeld in Höhe von 1.500 € erhoben.

Gegen 21:00 Uhr gerieten auf den Kellern mehrere Jugendliche aus Erlangen aneinander. Grund für die Auseinandersetzung ist wohl die Zugehörigkeit der beiden Gruppen zu örtlichen Erlanger  Fußballvereinen, die offenbar rivalisieren. Im entstehenden Gedränge bekam ein 17-Jähriger von einem bislang unbekannten Täter einen Schlag ins Gesicht und musste in der Chirurgischen Universitätsklinik versorgt werden.  Ein weiterer Beteiligter beleidigte im Zuge seiner Personalienfeststellung die eingesetzten Polizeibeamten. Ihn erwartet nun eine Anzeige wegen Beleidigung.

Bereits gegen 20:00 Uhr  wurde ein  20-jähriger Erlanger im Bereich der Wöhrstraße vorläufig festgenommen, nachdem er kurze Zeit zuvor in der Westlichen Stadtmauerstraße von Zeugen beobachtet wurde, wie er von einer Brücke auf ein Fahrzeug warf. Glücklicherweise traf das „Wurfgeschoss“ das fahrende Auto nicht. Anschließend flüchtete der Mann und konnte dank der Hilfe von mehreren Zeugen im Bereich der Nördlichen Stadtmauerstraße festgenommen werden. Hierbei zeigte sich, dass der junge Mann bereits am frühen Abend mit rund 1,4 Promille erheblich alkoholisiert war.  Um weitere Straftaten zu verhindern, wurde der 20-Jährige in Gewahrsam genommen und seiner Familie übergeben. Der bislang unbekannte Autofahrer wird gebeten sich mit der Polizei in Erlangen unter der Telefonnummer  09131/760-114 in Verbindung zu setzen.

Kurz vor Mitternacht wurde ein 18-jähriger Mann aus dem Landkreis Forchheim kontrolliert, da er eine Fahne  im Wert von rund 50 € mitführte, die er kurz zuvor in der Essenbacher Straße gestohlen hatte.

Im Zuge der „Nachfeiern“ in der Innenstadt ereigneten sich im Bereich des Martin-Luther-Platzes und der Fußgängerzone mehrere Körperverletzungen nach verbalen Auseinandersetzungen, die allerdings allesamt nur geringe Verletzungen nach sich zogen.

Kurz vor Mitternacht geriet ein 25-jähriger Bergbesucher aus dem Landkreis München mit einer Gruppe aus dem Bereich Hof aus bislang unbekannter Ursache in Streit. In dessen Verlauf schlug der 25-Jährige einer 19-Jährigen mit dem mitgeführten Maßkrug ins Gesicht, als diese den Streit schlichten wollte. Der 25-Jährige wurde mit 2,4 Promille in Gewahrsam genommen und ausgenüchtert; die 19-Jährige erlitt lediglich leichtere Verletzungen im Gesicht.

Kurz vor 3 Uhr kam es vor einer Gaststätte im Stadtnorden zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einem 37-jährigen englischen Touristen und den dortigem Sicherheitspersonal. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung versuchte der erheblich alkoholisierte Mann auf seine Gegner einzuschlagen. Diese konnten dem Schlag ausweichen und den Mann zu Boden bringen. Nachdem der 37-Jährige den hinzugerufenen Polizeibeamten übergeben werden sollte, zeigte er sich weiterhin aggressiv und schlug einem 22-jährigen Beamten unvermittelt mit der Faust ins Gesicht. Der Beamte wurde durch die Attacke leicht verletzt; der Täter wurde zur weiteren Abklärung in Gewahrsam genommen. Nach Zahlung einer nicht unerheblichen Geldstrafe wurde der Mann am Vormittag aus dem polizeilichem Gewahrsam entlassen.

Darüber hinaus kontrollierten die eingesetzten Beamten noch zwei Pkw-Fahrer, die alkoholisiert am Straßenverkehr teilnahmen. Ein 28-jähriger aus dem Landkreis Neumarkt versuchte gegen 04:00 Uhr mit seinem Fahrzeug am Martin-Luther-Platz einer Verkehrskontrolle unterzogen. Hierbei stellten die Beamten fest, dass der Mann mit rund 2,6 Promille erheblich alkoholisiert war. Nach einer Blutentnahme und Sicherstellung seines Führerscheines konnte der Mann seinen Weg zu Fuß fortsetzen. Ein weiterer Verkehrsteilnehmer wurde  in der Ebradstraße  kurz vor Mitternacht mit rund 0,6 Promille kontrolliert. Ihn erwartet nun ein Fahrverbot und eine Geldbuße.

Am Samstag  – der zehnte Bergtag – bescherte den Einsatzkräften den arbeitsintensivsten Tag. Insgesamt mussten von den Beamten in 24 Stunden knapp 50 Strafanzeigen aufgenommen werden. Neben 16 Körperverletzungen wurden drei Widerstände und sechs Trunkenheiten im Verkehr bekannt.

Bereits am frühen Abend  war der „Berg“ sehr gut besucht, so dass gegen 20:00 Uhr nach Rücksprache mit den Verantwortlichen der Stadt Erlangen der Zustrom über die Bergstraße gesperrt wurde und der Berg dann bis 22.00 Uhr nur über die Rathsberger Straße erreichbar war.

Am Festgelände selbst kam es im Laufe des Samstages  zu 10 Körperverletzungsdelikten.  So warf ein mit 2,24 Promille deutlich angetrunkener Bergbesucher eine Tüte mit einem Brotzeitmesser rücklings in die Menschenmenge auf einen Bierkeller. Das gefährliche Wurfgeschoss traf dabei eine junge Frau im Gesicht, die in der Nähe des Auges eine Schnittverletzung erlitt, die durch das BRK versorgt werden musste.

Kurze Zeit später kam ein französischer Bergbesucher mit einem Kellner im Bereich der Bierkeller wegen eines Bierkruges in Streit. Der hinzugerufene Sicherheitsdienst des Kellers konnte die Situation vor Ort nicht lösen, so dass Beamte der Bergwache hinzugerufen wurden. Noch vor Eintreffen der Polizeibeamten schlug der Bergbesucher einen Sicherheitsmitarbeiter. Auch gegenüber den eingesetzten Beamten zeigte sich der Mann äußerst aggressiv und  trat gegen einen Beamten. Im weiteren Verlauf wurden zwei Beamte leicht verletzt; nach seiner Ausnüchterung und Zahlung einer Geldstrafe wurde der Mann am nächsten Tag wieder aus dem polizeilichem Gewahrsam entlassen.

Gegen 21:00 Uhr wurde im Bereich des sog. „T“ ein 24-Jähriger aus Forchheim im Gedränge gegen  bislang unbekannten Mann gedrückt. Dieser schlug daraufhin unvermittelt dem 24-Jährigen zwei Mal mit dem Maßkrug ins Gesicht, so dass der 24-Jährige eine tiefe Schnittwunde an der Augenbraue und der Nase erlitt. Zudem wurde ihm durch den Schlag ein Stück eines Schneidezahnes ausgeschlagen. Dem Täter gelang trotz der sofort eingeleiteten Fahndung die Flucht. Der 24-Järige musste in der Notaufnahme der Uniklinik ärztlich versorgt werden.

Ebenfalls im Gedränge im Bereich der Keller wurde eine junge Studentin von bislang zwei unbekannten Männern grundlos geschlagen und zu Boden geschubst. Die junge Frau erlitt dadurch Schürfwunden an den Knien, Händen und leichte Verletzungen im Gesicht.

Kurz nach 22:00 Uhr wurde eine Streifenbesatzung zur Leo-Hauck-Straße beordert. Dort wurden Busfahrgäste aus einer Gruppe von jungen Männern mit einer bislang unbekannten Flüssigkeit besprüht, die schlagartig starke Augenreizungen sowie Reizhusten verursachte. Das Motiv für diesen Angriff lag wohl in einer vorangegangenen Streitigkeit zwischen zwei Gruppen. Insgesamt wurde sechs Personen leicht verletzt und dem Rettungsdienst übergeben. Im Zuge der Fahndung konnte ein 26-jähriger Erlanger festgestellt werden, der nach Zeugenaussagen wohl an der Tat beteiligt war. Die Ermittlungen zu den Mittätern wurden aufgenommen.

Neben diesen Gewaltdelikten, die wohl überwiegend auf den erhöhten Alkoholkonsum zurückzuführen sind, kam es auf dem Festgelände auch zu mehreren Diebstählen. Ein dreister Maßkrugdieb zeigte sich unbelehrbar. Um 20:45 h versuchte ein  22-Jähriger aus dem Landkreis Fürth  zwei gefüllte Bierkrüge vom Tablett einer Bedienung zu stehlen. Dies konnte von der Bedienung verhindert werden. Gut zwei Stunden später stahl der Mann bei einer anderen Bedienung wieder zwei voll Maßkrüge. Diesmal wurde er vom hinzugerufenen Sicherheitsdienst festgehalten. Ihn erwartet nun trotz seiner erheblichen Alkoholisierung von 1,54 Promille ein Strafverfahren wegen Diebstahls.

Bei der Pfandrückgabe  an der Bergstraße versuchte ein 17-jähriger aus dem Landkreis Forchheim aus der Kasse Geld zu stehlen. Mit einem flinken Griff entnahm er aus der Kasse 6 Zehn-Euro-Scheine und wollte flüchten. Daran wurde er von zwei Zeugen gehindert, die ihn bis zum Eintreffen der Polizei festhielten.

Gegen 21.00 Uhr wurde ein Bergbesucher vermutlich Opfer von Taschendieben. Nachdem der 42-jährige Mann das Riesenrad verlassen hatte, wurde er unvermittelt von mehreren Männern umringt, die mit ihm gemeinsam ein kurzes Stück des Weges zurücklegten. Etwa fünf Minuten später bemerkte der Mann, dass unbekannte Täter seinen Geldbeutel mit insgesamt rund 250 € Bargeld aus der rechten Gesäßtasche gezogen hatten.

Nachdem die Budenstraße und die Keller ihren Betrieb eingestellt haben, verlagerte sich das Geschehen bis in die frühen Morgenstunden in die Innenstadt. Die Verkehrssperren in der Innenstadt mussten auf Grund des hohen Besucheraufkommens von 23.00  bis 04:00 Uhr aufrechterhalten werden. An den anderen Tagen wurden die Straßen nur bis gegen 2:00 Uhr gesperrt.  Am Martin-Luther-Platz hielten sich zeitweise über 1.000 Personen auf, so dass auch für Fußgänger  kein Durchkommen mehr war. Die Stimmung war sehr ausgelassen und überwiegend friedlich.

So mussten durch die Einsatzkräfte insgesamt fünf Körperverletzungsdelikte  und eine Widerstandshandlung gegen einschreitende Polizeibeamte aufgenommen werden

Der Widerstandshandlung war gegen 2:30 Uhr eine versuchte Sachbeschädigung vorausgegangen. Ein 24-jähriger Erlanger, der mit 1,24 Promille alkoholisiert war, hielt zunächst einen Streifenwagen im Bereich der Fußgängerzone an und schlug unvermittelt gegen das Fahrzeug. Nachdem der Mann den Beamten durch eindeutige Gesten verdeutlichte, dass er ihnen die Kehle durchschneiden werde, sollten seine Personalien festgestellt werden. Gegen diese Maßnahme setzte sich der Mann mit Schlägen und Tritten zur Wehr, so dass in Gewahrsam genommen werden musste. Hierbei wurde ein Beamter am Finger verletzt; eine weitere Beamtin erlitt Schürfwunden am Knie. Beide Beamten konnten ihren Dienst fortsetzen.

Bei den restlichen Körperverletzungen trugen die Geschädigten leichte Verletzungen davon; in allen Fällen gingen verbale Auseinandersetzung voraus, die auf Grund der deutlichen Alkoholisierung der Beteiligten aus dem Ruder liefen und in körperliche Tätlichkeiten mündeten. Alle Beteiligten wurden nach Feststellung ihrer Personalien, Tatbeteiligung und dem Alkoholisierungsgrad wieder aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen.

Darüber hinaus legten die Beamten ein Augenmerk auch auf die Verkehrssicherheit. Dabei wurden fünf Radfahrer  und ein Autofahrer deutlich alkoholisiert angehalten. Nachdem der Fahrer eines Pkws mit über 1,1 Promille alkoholisiert war, wurde sein Führerschein sichergestellt. Die Radfahrer waren mit  von 1,66 bis 1,94 Promille erheblich alkoholisiert und fuhren allesamt in deutlichen Schlangenlinien.

Zudem mussten die Einsatzkräfte gegen 0:30 Uhr die Bundespolizei am Bahnhof unterstützten. Ein bislang unbekannter Fahrgast hatte in der S-Bahn nach Nürnberg die Notentriegelung ausgelöst, so dass der Zug nicht weiterfahren konnte. Insgesamt mussten rund 800 Fahrgäste auf den nächsten Zug warten und umsteigen, so dass sich zeitweise ca. 2.500 Personen, welche in der überwiegenden Anzahl deutlich alkoholisiert waren, am Bahnhof aufhielten. Durch Absperrungen der Zugänge zu den Bahngleisen sowie Streifentätigkeiten im Bereich der Gleise konnte die Situation entschärft werden, so dass die Wartenden bis gegen 01:30 Uhr mit den von der Bahn eingesetzten Sonderzügen  ihren Weg in Richtung Nürnberg fortsetzen konnten.

Außerhalb des Berges  

Gestern Abend gegen 17:00 Uhr fiel einer Verkäuferin eines Drogeriemarktes in der Innenstadt ein zunächst unbekannter Mann auf, der scheinbar ziellos durch die Gänge des Marktes schlenderte. Nachdem der Mann eine große Einkaufstüte mit sich führte,  informierte  sie zunächst vorab die Polizei. Nachdem die Überprüfungen ergaben, dass mehrere hochwertige Parfum und Toilettenartikel aus den Regalen fehlen, sollte der Mann durch die hinzugerufenen Beamten nach Verlassen des Geschäftes kontrolliert werden. Nachdem der Mann noch im Laden erkannte, dass er von der Polizei kontrolliert werden sollte, rannte er aus dem Laden in Richtung Botanischem Garten unter Mitnahme vom vermeintlichen Diebesgut.

Während der Flucht schleuderte der Mann die Tasche einem verfolgenden Polizeibeamten vor die Füße, so dass dieser stolperte und sich nicht unerheblich verletzte. Letztendlich gelang es den Mann in Höhe der Schiffstraße festzunehmen. In der Tasche fanden die Beamten dann anschließend Diebesgut im Wert von  660 €. Bei der anschließenden Feststellung der Personalien des Mannes stellte sich heraus, dass der 28-jährige aus dem Kreis Uelzen bereits am Vorabend während der Nachfeiern einem Festbesucher ein Mobiltelefon im Wert von rund 600 €  aus der Hand riss und wegrannte.

Motiv für die beiden Straftaten ist nach bisherigen Erkenntnissen die Drogensucht des Mannes. Nach seinen Angaben war er extra aus Uelzen zur Bergkirchweih angereist, um hier seine Drogensucht zu finanzieren.

Zur Verhinderung weiterer Straftaten wurde der Mann in Gewahrsam genommen und auf Antrag ein Betretungsverbot für die Erlanger Bergkirchweih sowie die Nachfeiern in der Innenstadt durch die Stadt Erlangen erlassen.

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