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Werden Wirbelstürme stärker?

Am Samstag vor einer Woche konnte man im Stadtwesten einen sich entwickelnden Tornado-Rüssel beobachten. Ein Tornado entstand glücklicherweise nicht, der Ansatz löste sich auf.
Thomas Mölg, Professor für Klimatologie am Institut für Geographie der Uni Erlangen-Nürnberg (FAU) vertrat in einem Interview mit den „EN“ die Meinung, Hurrikans würden durch die globale Erwärmung stärker.
Hier gibt es offenbar unterschiedliche wissenschaftliche Einschätzungen. Im Jahr 2006 fand der 6.internationale Workshop der Weltorganisation für Meteorologie zu tropischen Wirbelstürmen in San Jose, Costa Rica statt. Weil es Hinweise sowohl für als auch gegen einen nachweisbaren Einfluss des antropogenen Klimawandels auf die Hurrikanklimatologie gibt, kann keine klare Schlussfolgerung aus diesen Daten gezogen werden, wurde festgestellt.

Wir fragten daher nach.
Erlangen-Heute: „Sehr geehrter Herr Prof. Mölg, Halten Sie Ihre Aussage „… im Falle von Hurrikans, die nachweislich durch die globale Erwärmung stärker werden.“ immer noch aufrecht“

Prof. Mölg: „Die Schlussfolgerungen der WMO-Konferenz 2006 sind nicht mehr relevant, da sich seither große Fortschritte in der Erforschung von Hurrikanen ergeben haben. Wie bereits beim letzten Mal gesagt, sind der allergrößte Teil der mir bekannten Studien in den jüngsten Jahren zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen. Hier nur mal fünf Beispiele seit dem Jahr 2011, die als erste Einträge bei einer Suche zum Thema (in einer wissenschaftl. Datenbank) erscheinen:
http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10584-009-9790-0?LI=true

http://journals.ametsoc.org/doi/abs/10.1175/WCAS-D-11-00007.1

http://www.nature.com/nclimate/journal/v2/n6/abs/nclimate1389.html

http://link.springer.com/article/10.1007/S00382-013-1713-0

http://www.pnas.org/content/110/14/5369.short

Diese Sachlage, zusammen mit der harten physikalischen Grundlage, dass Hurrikane wie eine Carnot-Maschine funktionieren (siehe Anhang vom letzten Mal; die Gesetzte der Thermodynamik werden auch noch in 100 und 200 Jahren gelten, daher ist das Datum dieser Publikation unwichtig), liefert auf jeden Fall Nachweis genug, dass meine Aussage nach dem aktuellen Stand der wiss. Forschung gültig ist. Noch genauer gesagt, finden die meisten Studien nicht unbedingt eine Änderung der Gesamtanzahl von Hurrikanen mit globaler Erwärmung, aber eine Abnahme der schwachen und Zunahme der starken Windsysteme – was im Mittel zu stärkeren Hurrikanen führt (und zu größerem Schadenpotenzial).“

Erlangen-Heute: „Der von Ihnen angeführte Klimatologe Kerry Emanuel ist ein renommierter Wissenschaftler. U.a. fordert er (wie auch Hansen unud andere bekannte Wissenschaftler) auch in Konsequenz der Klimafolgenforschung den schnellen Ausbau der (CO2 neutralen) Kernenergie. Zu Recht offenbar, wie man an den rapide steigenden CO2-Emissionen Deutschlands in Folge der Abschaltung unserer KKWs sieht. Wie sehen Sie das?“

Prof. Mölg: „Dies ist eine Frage, die nicht in der Klimaforschung behandelt werden kann und sollte, da sie ganz stark auch politische und ethische Dimensionen hat.“
Vielen Dank für das Gespräch!

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