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Allgemein, Kriminalität, Polizei

Nach Unfall: Umfangreiche Straftatenserie mit „fake Rettungsdienst“ geklärt

Bereits Anfang Dezember 2016 ereignete sich an der Kreuzung Adenauer Ring/Kernbergstraße ein Verkehrsunfall mit vier leicht verletzten Personen und einem Sachschaden von ca. 15.000 €.

Zum Unfallzeitpunkt befuhr ein 25-jähriger Erlanger mit seinem BMW den Adenauer Ring in Richtung Westen. Eine 41-jährige Erlangerin wollte zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Mercedes von der Kernbergstraße kommend nach links in den Adenauer Ring einbiegen und übersah den herankommenden BMW. Im Kreuzungsbereich kam es dann zu einem heftigen Zusammenstoß, bei dem vier Personen leicht verletzt wurden.

Im BMW wurde durch den Zusammenstoß neben dem 25-jährigen Fahrer auch dessen 16-jähriger Beifahrer verletzt. Im Mercedes wurden die Fahrerin sowie ihr 8-jähriger Sohn leicht verletzt.  An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden und mussten abgeschleppt werden.

Im Rahmen der weiterführenden Ermittlungen wurde bekannt, dass der 25-jährige Erlanger mit erheblich überhöhter Geschwindigkeit  auf einer „Einsatzfahrt“ unterwegs war, da auf dem BMW zum Unfallzeitpunkt ein „Blaulicht“  auf dem Dach montiert war.  Ob dies zum Unfallzeitpunkt in Betrieb war, ließ sich bislang nicht klären. Im Fahrzeug des 25-Jährigen fanden  sich zudem  zahlreiche Gegenstände zur Verkehrslenkung und Einsatzmittel für den Rettungsdienst, die darauf schließen ließen, dass der 25-jährige Erlanger eine Affinität zur Polizei bzw. Feuerwehr und Rettungsdiensten besitzt. Eine gültige Fahrerlaubnis konnte der 25-Jährige nicht vorweisen.

Wie dem ermittelnden Beamten bekannt wurde, erwarb der 25-Jährige noch im Dezember kurz  nach dem Unfall erneut einen Pkw. Diesen neu erworbenen BMW  rüstete er wiederum mit Einsatzmitteln für den Verkehrs- und Rettungseinsatz aus. Zudem entwendete der 25-Jährige in der Münchener Straße ein Kennzeichenpaar, um sich die Zulassungskosten sowie die Versicherungsbeiträge zu sparen.

Im weiteren Verlauf kam es von Mitte Dezember bis  Anfang Januar zu mehreren Fahrten mit dem nicht zugelassenen und versicherten Pkw.  Anfang Januar 2017 konnte der BMW im Rahmen einer richterlich angeordneten Durchsuchung aufgefunden und sichergestellt werden.  Dabei wurden nochmals Einsatzmittel für den Rettungsdienst aufgefunden, die nachweislich aus Diebstählen zum Nachteil des Roten Kreuzes, dem DLRG und privaten Baufirmen stammen.

Besonders dreist war der Diebstahl zum Nachteil der DLRG. Im November hatte der 25-Jährige zusammen mit dem 16-Jährigen in Dechsendorf sowohl das Blaulicht  als auch mehrere Funkantennen von einem am Weiher abgestellten Einsatzfahrzeug gestohlen.

Zudem entwendete der 25-Jährige aus einer Notarztwache der Universitätsklinik einen Funkrufempfänger und Einsatzkleidung des Roten Kreuzes.

Insgesamt werden dem 25-Jährigen 14 Straftaten vorgeworfen, wobei sein 16-jähriger Begleiter zum Teil Mittäter war. Der Diebesschaden beziffert sich auf rund 1.000 €.

Gegen den 25-Jährigen wurde bereits in den vergangen Jahren in ähnlichen Fällen ermittelt. Ihn sowie seinem 16-jährigen Mittäter erwartet nun ein Strafverfahren wegen Diebstahls, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Amtsmissbrauch und Straßenverkehrsgefährdung.

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