//
du liest...
Erlangen

Jugendkongress „Demokratie mitWirkung“ – Teilnehmer berichten

Das Jugendparlament der Stadt Erlangen und Schülerinnen und Schüler der Stadt nahmen  am Jugendkongress „Demokratie mitWirkung“ in Berlin teil. (Wir berichteten).

Vom 20. bis 24. Mai 2015 veranstaltete das von der Bundesregierung gegründete „Bündnis für Demokratie und Toleranz –gegen Extremismus und Gewalt“ (BfDT) in Berlin den jährlichen Jugendkongress. Unter dem Motto „Demokratie mitWirkung“ beschäftigen sich 450 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren aus ganz Deutschland in über 70 Workshops und Außenforen mit zivilgesellschaftlichem Engagement und Fragen der Partizipation von Jugendlichen.

Justus Schömann berichtet : „Vom Jugendparlament der Stadt Erlangen reiste ich nach Berlin, um mich mit anderen jungen Engagierten auszutauschen und neue Ideen und Anregungen für mein eigenes Engagement zu erhalten, begleitet wurde ich von vier weiteren Schülern des AbiBac-Zweiges des Ohm-Gymnasiums. Der Jugendkongress „Demokratie mitWirkung“ bietet uns Jugendlichen die Gelegenheit zum Kennenlernen neuer Themen, Methoden oder Experten. Gemeinsam mit dem BfDT wollen wir der Öffentlichkeit zeigen, dass Jugendliche sich aktiv für unsere Gesellschaft und unsere Demokratie einbringen wollen und dies bereits vielfältig tun. Die Einladung des Jugendparlamentes der Stadt Erlangen zum Jugendkongress soll auch einen Dank für das bereits geleistete Engagement bedeuten.

Am ersten Tag in Berlin, erreichten wir unser Hotel, checkten ein, fuhren zum BerlinCongressCenter um uns dort für den Kongress einzuchecken und wurden dann vom BfDT begrüßt und lernten bei ersten Kennenlernspielen einander kennen. Am zweiten und dritten Tag fanden für jeden Teilnehmer vier Workshops statt, welche man sich im Vorfeld aussuchen konnte. Ich hatte einen guten Eindruck, vor allem, weil nicht nur Aktive da waren. Auch Schüler/innen mit Migrationhintergrund (Flüchtlinge und Austausschüler), sowie Leute die bisher nur vorhaben sich sozial zu engagieren nahmen teil.

Ich nahm an folgenden Workshops teil:

 Facetime 2.0 

Hier lernte ich, wie man mit einfachen Mittel und in sehr geringer Zeit Werbeclips für das eigene (soziale) Projekt dreht, und welche Überlegungen man sich dafür im Vorfeld machen muss. Schlussendlich drehten wir dann in zwei Sechsergruppen selber kurze Clips, welche für soziales Engagement warben.

 Soziale Netzwerke für Projekte nutzen 

Bei diesem Workshop stand im Fokus, für welche Zielgruppen sich soziale Netzwerke für die Öffentlichkeitsarbeit bei sozialen Organisationen/Projekten lohnen. Darüber hinaus lernten wir noch, wie man einen Redaktionsplan erstellt.

 Wer in der Demokratie einschläft, wacht in der Diktatur auf –Handlungsspielräume in der SED-Diktatur 

Ganz anders als erwartet, war dies ein sehr praktischer Workshop, da nach einem kurzen Dokumentationsfilm zur Situation der Kinder und Jugendlichen in der DDR, eine Unterrichtsstunde der anderen Art begann. Denn auf einmal waren wir Pioniere in der dritten Klasse der DDR und die Workshopleiterin war unsere Lehrerin. Die Leiterin hatte selbst DDR-Hintergrund. Unterrichtet wurde „Heimatkunde“, wie es in einer Polytechnischen Oberschule der DDR um 1985 hätte ablaufen können.

Darauf folgte ein Unterricht in dem eine Schülerin massiv von der Lehrerin ausgegrenzt wurde, da sie kein Pionier werden wollte. Die Lehrerin versucht während des Unterrichts trotzdem andauernd die Schüler vom System der DDR zu überzeugen, ging hart, aber freundlich mit kritischen Stimmen unter und unterdrückte diese so gut wie immer.

Was ich aus diesem Workshop mitnehme, ist, dass man wirklich immer seine Meinung sagen sollte um nicht wieder in so einem diktatorischen System wie in der DDR zu leben. Teilnehmende Migranten aus Weissrussland oder Lateinamerika konstatierten, genau so oder ziemlich ähnlich liefe es immer noch in ihrer ehemaligen Heimat ab.  Diese Erkenntnis, dass man wirklich immer seine Meinung sagen sollte, hat bei allen eingesetzt.

 Engagiert für Demokratie 

Was steht denn eigentlich im Grundgesetz und wofür ist dieses gut? –So fing dieser Workshop an, nachdem wir uns dies erarbeiteten, lernten wir noch, wie wir uns mit Zivilcourage für ein demokratischeres und besseres Miteinander einsetzen können.

Am vierten Tag stand dann ein ökumenischer Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf dem Plan, welcher von einer christlichen, einer muslimischen und einer jüdischen Gemeinde organisiert wurde. Darauf folgte dann der Festakt zum Tag des Grundgesetztes im Haus der Berliner Festspiele, bei welchem das BfDT die diesjährigen Botschafter für Demokratie und Toleranz auszeichnete. Diese Botschafter machten sich in den vergangenen Jahren auf verschiedenster Art und Weise für unsere Gemeinschaft stark und brachten viele Gänsehaut am ganzen Körper und Tränen in den Augen, als sie von Ihrer Lebensgeschichte und ihrem sozialen Engagement erzählten. Am Abend fand dann zum Abschluss in Neukölln noch eine Party im Club „Heimathafen“ statt zu welcher das BfDT einlud.

Abschließend lässt sich für mich sagen, dass ich dort viele Erfahrungen, Anreize und Ideen für neue Projekte sammeln konnte. Ich kann nur jedem Jugendlichen, welcher sich bereits engagiert oder plant dies zu tun empfehlen nächstes Jahr dort hinzufahren, denn vergleichbare Erfahrungen lassen sich nur sehr schwer sammeln.

Was möchte ich denn in Erlangen praktisch umsetzen?

Ich möchte auch in Erlangen zum Beispiel einen „Sozialen Tag“ zusätzlich zu den Praktikumstagen einführen, nur dass dieser euch gleich einem sozialem Zweck dient. So wird es für Schüler einfach sich sozial zu engagieren. Da geht man einen Tag arbeiten, das Entgelt bekommt „Schüler helfen Leben“ und setzt es für soziale Prokjekte in Syrien und in den Balkanländern ein. Das ganze ist eine Initiative von „Schüler helfen Leben“, also einem Verein welcher von Schülern und jungen Erwachsenen geführt wird. Ausserdem möchten wir Mediatoren an der Schule einsetzen. Diese werden ausserschulisch in der Freizeit 10 Monate ausgebildet, und sollen bei Mobbing,Gewalt(prävention) und sonstigen Streitigkeiten als eine Art „Vertrauensschüler“ eingesetzt werden.

(Wir danken für das Gespräch und wünschen viel Erfolg! fh)

Meron Teclu, Lena Leuchtmann, Claudia Lück Delgado, Christian Balser und Justus Schömann (v. li. n. re.) nach dem Festakt zum Tag des Grundgesetzes im Haus der Berliner Festspiele (Quelle: J. Schömann)

Meron Teclu, Lena Leuchtmann, Claudia Lück Delgado, Christian Balser und Justus Schömann (v. li. n. re.) nach dem Festakt zum Tag des Grundgesetzes im Haus der Berliner Festspiele (Quelle: J. Schömann)

Kontakt, Anregungen und Rückfragen bitte an das Jugendparlament richten:

Jugendparlament

Rathausplatz 1
91052 Erlangen 

Tel 09131 86 2870

Diskussionen

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Folge uns auf Twitter

%d Bloggern gefällt das: