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Erlangen

Sonnenfinsternis sorgt für Hausarrest an Erlanger Schulen

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz

Die bevorstehende Sonnenfinsternis am Freitag treibt bundesweit und auch in Erlangen seltsame Blüten der Panik. Die Rede ist nicht vom eventuellen Energieblackout, sondern vom Hausarrest für Kinder und Jugendliche.

Bundesweit gibt es Schulen, die Kinder und Jugendliche während der Sonnenfinsternis nicht mehr nach draußen lassen. Und als wäre das nicht genug, wird man noch die (offenbar nur Freitags) hochgefährlichen Sonnenstrahlen per Gardine aussperren.

Münster

Quelle: Kai Hedergott

Auch in Erlangen gibt es Schulen, die die Pausen ins Klassenzimmer verlegen und nur Kinder in den Pausenhof lassen, die eine Beobachtungsbrille dabei haben.

Ottilie Werner, Schulamtsdirektorin  am  Staatl. Schulamt in der Stadt Erlangen dazu: „Wir sehen uns auch in der Verantwortung, wenn es um eine mögliche Gesundheitsgefährdung der Schüler geht. Deshalb wurde das Informationsschreiben der Fachberatung für Verkehrs- und Sicherheitserziehung an die Schulen weiter geleitet. Eltern erwarten normalerweise von den Schulen, dass auch dafür gesorgt wird, dass gesundheitliche Probleme bzw. Folgeschäden bei ihren Kindern vermieden werden.“

Im Informationsschreiben der Fachberatung für Verkehrs- und Sicherheitserziehung heißt es zum Blick in die Sonne:

* nur mit geeigneter Schutzbrille gem. EU-Norm und mit CE-Symbol

* nur mit intakter Schutzbrille

* max. 0,001 % des Lichts dürfen hindurchkommen

Achten Sie auch darauf, dass Kinder keinen Zugriff auf Ferngläser, Teleskope oder Kameras mit Zoom-Objektiven haben.

Tag ohne Sonnenfinsternis birgt das gleiche Risiko.

Prof. Dr. Christian Mardin, leitender Oberarzt der Augenklinik am Universitätsklinikum Erlangen stimmt den Empfehlungen voll zu.
„Normalerweise verhindern Schutzreflexe, dass es beim ungeschützten Blick in die Sonne zu Schäden kommen kann. Eine normale Sonnenbrille schützt hingegen nicht! “

Den Tag deswegen allerdings im Gebäude zu verbringen, hält er hingegen für Übertreibung. Man solle den Kindern realistische Gefahrenbewertungen ermöglichen. Ein Tag ohne Sonnenfinsternis berge schließlich das gleiche Risiko.

Warum den Kindern und Jugendlichen nun über die Empfehlungen der Sachverständigen hinaus das Betreten des Pausenraumes untersagt wurde, konnte Frau Werner auch nicht weiter begründen. Man wolle eben alle Gefährdungen ausschließen, so die Antwort auf Nachfrage. Es hätte auch Anfragen von Eltern gegeben, die ebenfalls nach verschlossenen Fenstern gefragt hätten. (fh)

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